„Gewalt, Musik und Geld – neue Strategien der (transnationalen) Rechtsextremisten“ (CEP-Webinar)

25. September 2020

Der Link zu den Aufzeichnungen der Vorträge kann hier angefragt werden: berlin@counterextremism.com

Der gewaltorientierte Rechtsextremismus gilt seit letztem Jahr offiziell als größte Bedrohung für die Sicherheit in Deutschland. Die Mordserie das Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU), die große Anzahl von Angriffen auf Asylsuchende und Migrant*innen ab 2015, die Aufdeckung verschiedener rechtsextremer klandestiner Gruppen und Netzwerke, sowie die „Einzeltäter“-Anschläge in Halle, Kassel und Hanau haben gezeigt, dass sich die Strategien von Rechtsextremen in Deutschland teilweise verändern. Neue Konzepte, sowohl präventiver als auch repressiver Art, müssen entwickelt und umgesetzt werden.

In diesem Webinar wurden zwei strukturelle Aspekte der Veränderung des Rechtsextremismus vertieft beleuchtet: Die Professionalisierung und Funktion von „Wehr“-/Kampfsport- und Musikveranstaltungen und damit verbundene neue Entwicklungen des transnationalen Rechtsextremismus.

Referenten:
Robert Claus – Aktuelle Entwicklungen und Funktion von „Wehr“-/Kampfsport für die rechtsextreme Szene
Robert Claus hat Europäische Ethnologie und Gender Studies studiert. Seit 2013 arbeitet er bei der „Kompetenzgruppe Fankulturen und Sport bezogene Soziale Arbeit“ (KoFaS gGmbH) in Hannover. Er forscht und publiziert zu den Themen Vielfalt und Antidiskriminierung, Sport und Fankultur, Kampfsport und extreme Rechte. 2020 erscheint „Ihr Kampf. Wie Europas Extreme Rechte für den Umsturz trainiert“ von ihm im Verlag „Die Werkstatt“.

Dr. Thorsten Hindrichs – Welche Bedeutung und Funktion haben Musik und Musikveranstaltungen für die rechtsextreme Szene?
Thorsten Hindrichs ist Musikwissenschaftler von Beruf, seit 2002 wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Musikwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und als freier Autor außerdem seit vielen Jahren in der politischen Bildungsarbeit gegen rechts aktiv.

Alexander Ritzmann – Neue Narrative und Netzwerkknoten des transnationalen Rechtsextremismus
Seit fast 20 Jahren arbeitet Alexander Ritzmann zu den Themenfeldern Demokratieförderung und Prävention von gewaltorientiertem Extremismus. Er ist Senior Advisor bei CEP und beim Radicalisation Awareness Network (RAN) der Europäischen Kommission.

DGAP: EXTREMISMUS BEKÄMPFEN, DEMOKRATIE SCHÜTZEN – Prävention von gewaltbereitem Extremismus in der EU

DGAP POLICY BRIEF 28. November 2019
Sofia Koller und Alexander Ritzmann

Freiheitliche Demokratien sind fragil und von innen leicht angreifbar. Polarisierung, Radikalisierung und Terrorismus sind eng verwoben und die Digitalisierung gibt der politischen Gewalt eine weitere Dimension. Rückkehrer aus Syrien und dem Irak stellen eine neue Herausforderung dar. Wie groß die Sorge ist, Rückkehrer könnten in Europa Anschläge verüben, wird auch an der Diskussion über die IS-Anhänger deutscher Staatsbürgerschaft deutlich, die derzeit von der Türkei nach Deutschland abgeschoben werden.