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Experimentiert al-Qaida mit biologischen Waffen? (Die Welt)

Mai 9, 2009

Alexander Ritzmann

Die Welt online, 11. Februar 2009

Im Januar hatten algerische Zeitungen berichtet, dass 40 Mitglieder der al-Qaida im Maghreb an der Pest gestorben seien. Weitere Infizierte würden in einem Trainingslager in der Region Tizi Ozou östlich von Algier auf den Tod warten. Eine Theorie über die Ursache der Seuche könnte schreckliches bedeuten.

Algeriens staatliche Stellen haben bisher jeden Kommentar zu den Meldungen verweigert. Interessanterweise haben sich kürzlich 60 Terroristen des alregischen Ablegers der al-Qaida, AQIM, aus der gleichen Region den Behörden gestellt.

Das Lager soll mittlerweile geschlossen sein, und der regionale Kommandeur der AQIM, Abdelmalek Droudkal, soll sich mit seinen angeblich 1000 Kämpfern auf der Flucht befinden. Droudkal wird für den Anschlag auf das UN-Hauptquartier in Algerien in 2007, bei dem 47 Menschen getötet wurden, verantwortlich gemacht.

Die AQIM stellt eine unmittelbare Bedrohung für Europa dar. Das Bundesinnenministerium (BMI) und der Bundesnachrichtendienst warnen seit Monaten vor Anschlägen durch aus Nordafrika eingeschleusten al-Qaida Terroristen. Algerien liegt dabei im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit deutscher Sicherheitsbehörden.

Einer Untersuchung von Europol zufolge stammten über die Hälfte der im Jahre 2006 in der EU festgenommenen Terrorverdächtigen aus Algerien, Tunesien oder Marokko. Und nach Auskunft des BMI gibt es zwischen den maghrebinischen Islamisten in Deutschland und Nordafrika Reisebewegungen und Kommunikation.

Der Pest waren im 14. Jahrhundert etwa 75 Millionen Menschen in Nordafrika, Asien und Europa zum Opfer gefallen. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO gibt es heute noch einige tausend Fälle von Pestinfektionen weltweit, die ohne angemessene medizinische Behandlung häufig zum Tod führen.

Was steckt nun hinter der Seuchenmeldung bei al-Qaida? Sollte wirklich die Pest in einem Lager der al-Qaida ausgebrochen sein, so gibt es im Wesentlichen zwei Möglichkeiten.

Berichten ehemaliger AQIM-Terroristen zufolge herrschen in einigen der Ausbildungslager katastrophale hygienische Zustände. Die Kommandeure würden mit schweren Krankheiten Infizierte sofort isolieren und dann sterben lassen, um eine Epidemie zu verhindern.

Vielleicht haben also die hygienischen Bedingungen vor Ort dazu geführt, dass sich die Bewohner des Terroristencamps mit der Pest infiziert haben.

Oder aber al-Qaida experimentiert mit Pesterregern als biologischem Kampfstoff, und nur durch ein Versehen wurden die Bakterien freigesetzt.

Beides könnte schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen. Denn einige Dutzend durch Europa reisende entweder selbst mit Pesterregern infizierte oder diese anderweitig verbreitende Terroristen wären eine schwer zu kalkulierende Gefahr. Al-Qaida hat bereits mehrfach auch Deutschland mit „Überraschungen“ gedroht, zuletzt mit Hinweis auf die Bundestagswahlen im Herbst. Auch wenn aufgrund der medizinischen Versorgung wohl nicht mit einer Epidemie zu rechnen wäre, so würden doch Angst und Schrecken verbreitet werden. Und genau darum geht es Osama bin Ladens Truppe.

Alexander Ritzmann ist Politischer Analyst und Senior Fellow bei der European Foundation for Democracy in Brüssel. Seine An- und Einsichten zum Islamismus erscheinen wöchentlich in der Kolumne „Dschihad auf Deutsch“.

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From → al-Qaida

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