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No Charity (Foreign Policy)

Germany’s crackdown on a Hezbollah-affiliated group shows that it may finally be wising up about the Lebanese paramilitary organization.

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On April 8, German police officers raided the offices of the innocuously named Lebanon Orphan Children Project (Waisenkinderprojekt Libanon e.V.) across six states in the Federal Republic. Theseized cash and files from its properties, and froze two bank accounts totaling $143,000. But this group wasn’t a humanitarian organization — the German government had come to accept that it was a Hezbollah front, and shut it down effective immediately.

The Lebanon Orphan Children Project was created in 1997, and funneled donations to the al-Shahid (“The Martyr”) Association in Lebanon. Al-Shahid was “disguised as a humanitarian organization” and “promotes violence and terrorism in the Middle East using donations collected in Germany and elsewhere,” according to a 2009 report by German security expert Alexander Ritzmann.

The al-Shahid Association, Ritzmann wrote, provides financial support to the families of fallen Hezbollah members. In other words, German donations were being used to support the families of suicide bombers who targeted Israelis, to support Hezbollah combatants in Syria, and to generate more recruits.

Five years later, Germany’s Interior Ministry accepted Ritzmann’s reasoning. “The name of this organization masks it real purpose,” Emily Haber, state secretary at the Interior Ministry, said on Tuesday. “The group is not a humanitarian organization.” Weiterlesen…

Despite Alarm by U.S., Europe Lets Hezbollah Operate Openly (The New York Times)

August 15, 2012

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BERLIN — As American officials sound the alarm over what they call a resurgent threat from the Shiite militant group Hezbollah, thousands of its members and supporters operate with few restrictions in Europe, raising money that is funneled to the group’s leadership in Lebanon.

Washington and Jerusalem insist that Hezbollah is an Iranian-backed terrorist organization with bloody hands, and that it is working closely with Tehran to train, arm and finance the Syrian military’s lethal repression of the uprising there. Yet, the European Unioncontinues to treat it foremost as a Lebanese political and social movement.

As Israel heightens fears of a pre-emptive strike on Iran’s nuclear sites, intelligence analysts warn that Iran and Hezbollah would respond with attacks of their own on targets abroad. Israeli and American officials have attributed the Bulgarian bus bombing last month that killed six people, including five Israeli tourists, to Hezbollah and Iran, saying it was part of a clandestine offensive that has included plots in Thailand, India, Cyprus and elsewhere.

While the group is believed to operate all over the Continent, Germany is a center of activity, with 950 members and supporters last year, up from 900 in 2010, Germany’s domestic intelligence agency said in its annual threat report. On Saturday, Hezbollah supporters and others will march here for the annual Jerusalem Day event, a protest against Israeli control of that city. Organizers told the Berlin police that the event would attract 1,000 marchers, and that two counterdemonstrations were also likely.

Hezbollah has maintained a low profile in Europe since the attacks of Sept. 11, 2001, quietly holding meetings and raising money that goes to Lebanon, where officials use it for an array of activities — building schools and clinics, delivering social services and, Western intelligence agencies say, carrying out terrorist attacks.

European security services keep tabs on the group’s political supporters, but experts say they are ineffective when it comes to tracking the sleeper cells that pose the most danger. “They have real, trained operatives in Europe that have not been used in a long time, but if they wanted them to become active, they could,” said Alexander Ritzmann, a policy adviser at the European Foundation for Democracy in Brussels, who has testified before Congress on Hezbollah. Weiterlesen…

Ägypten braucht mehr als einen neuen Präsidenten (DIE ZEIT online)

Wer immer Ägyptens Präsident wird: Auf ihm ruhen viele Hoffnungen. Doch das Militär bleibt verankert in Politik und Wirtschaft. Das muss sich ändern, fordert A. Ritzmann.

DIE ZEIT online, 29.05.2012 

Noch ist offen, wer Ägyptens neuer Präsident wird, aber im Grunde ist das auch gar nicht so wichtig. Denn egal, wer sich am Ende durchsetzt: ob Mohammed Mursi, der hohe Funktionär der Muslimbruderschaft, oder Ahmed Schafik, der Ex-General und Gefolgsmann von Hosni Mubarak: Die Probleme Ägyptens lassen sich weder mit mehr Frömmigkeit noch mit einem System Mubarak 2.0 lösen. Entscheidend für die Zukunft Ägyptens ist vielmehr, ob die beherrschende Rolle des Militärs reduziert und strukturelle Reformen der politischen und wirtschaftlichen Ordnung umgesetzt werden können. Weiterlesen…

„Der islamische Frühling in der Arabischen Welt – Demokratieförderung zur Schaffung ziviler Sicherheit“, BIGS-Policy Paper

Alexander Ritzmann, Brandenburgisches Institut für Gesellschaft und Sicherheit, BIGS Essenz, „Der islamische Frühling in der Arabischen Welt – Demokratieförderung zur Schaffung ziviler Sicherheit“, März 2012.

Abstract

• Die sich im Umbruch befindlichen Arabischen Staaten stehen erst am Anfang ihres jeweils neuen, eigenen Weges. Diejenigen, die sich in Richtung einer pluralistischen Demokratie entwickeln, werden für sich und ihre Nachbarstaaten Demokratiedividenden generieren, die unter anderem zu einem Zuwachs an ziviler Sicherheit führen. Denn mehr Demokratie in der Arabischen Welt führt zu weniger militanter Opposition innerhalb der jeweiligen Staaten und würde somit den Export von Extremisten und deren Ideologien auch nach Europa verringern. Europäische Demokratieförderung und der direkte Dialog mit pro-demokratischen Islamisten in der arabischen Welt sind deshalb im europäischen und deutschen Interesse.

• Umfragen zufolge wollen fast 90% der Ägypter den Einfluss der Scharia in der Politik und verbinden damit zu über 85% Frauenrechte, Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit, Förderung der Wissenschaften und Minderheitenschutz. Entscheidend ist nicht, dass sich eine Scharia-Demokratie vom westlich-liberalen Modell unterscheiden würde, sondern wie die Scharia in Verfassung und Tagespolitik in Bezug auf bürgerliche Freiheiten sowie die Rechte von Frauen und Minderheiten interpretiert wird. Ein islamisch-arabisches Demokratiemodell könnte akzeptanz- und identitätsstiftend sein, Extremisten die Rekrutierung von Anhängern erschweren und positive Impulse in die europäische Diaspora senden.

• Die von den islamistischen Wahlsiegern über Jahrzehnte in der illegalen Opposition oder im Exil entwickelten Konzepte, Programme und Forderungen müssen nun mit der vorgefundenen Realität in Einklang gebracht werden. Die Funktionäre der Muslimbruderschaft stammen aus dem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Mittelstand. Zwar werden auch dort hitzige Debatten über den israelisch-palästinensischen Konflikt und die diesbezügliche Rolle Europas und der USA geführt, letztendlich muss die Bruderschaft jedoch Lösungen für die Brot-und-Butter-Themen liefern.

• Ob die Muslimbrüder und Teile der Salafisten in Sachen Demokratie und Menschenrechte ehrliche Protagonisten sind oder doch insgeheim eine antidemokratische Agenda verfolgen, lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht sagen. Ein konsequentes Monitoring der parlamentarischen Aktivitäten der islamistischen Gruppierungen erscheint als das gegenwärtig geeignetste Vorgehen. Die wirksame Implementierung der neuen EU-Nachbarschaftsinitiative, in der ein „mehr“ an Demokratie, Pluralismus und Menschenrechten in Transformationsstaaten finanziell belohnt wird, Rückschritte dagegen sanktioniert werden, ist zudem dringend notwendig.

Wo die Scharia Demokratie bedeutet (DIE ZEIT online)

Kopftuchzwang, Steinigungen, Islamismus – das versteht der Westen unter der Scharia. Für die meisten Ägypter aber ist sie der Garant für den Rechtsstaat.

Alexander Ritzmann, 05.03.2012, DIE ZEIT Online

Nach den Wahlsiegen der Muslimbrüder in Ägypten und Tunesien haben viele politische Beobachter den arabischen Frühling eilig zum islamistischen Winter erklärt. Dabei ist noch völlig offen, wohin es in diesen beiden Ländern politisch gehen wird.

Eines aber steht schon fest: Rund 90 Prozent der Ägypter wünschen sich den Einfluss der Scharia in der Politik. Entsprechende Umfrageergebnisse von 2007 wurden im vergangenen Jahr bestätigt. Bei den Wahlen in Ägypten gingen deshalb auch mehr als 80 Prozent der Stimmen an Parteien, die das islamische Recht als Quelle der Gesetzgebung fordern.

Doch anders als im Westen verbinden die Menschen in Ägypten die Scharia nicht mit einem islamistischen Gottesstaat, mit Steinigungen oder Händeabhacken. Im Gegenteil: Für mehr als 85 Prozent der Ägypter steht die Scharia für Frauenrechte, Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit, Förderung der Wissenschaften und Minderheitenschutz. Weiterlesen…

Mehr Demokratie, weniger Terror: Demokratie auch bei Islamisten fördern (Potsdamer Neueste Nachrichten)

Potsdamer Neueste Nachrichten, 28.02.2012

von Jan Kixmüller

Der Westen müsse davon abkommen, die arabische Welt hauptsächlich über den gewaltbereiten islamischen Extremismus zu definieren. Schließlich handele es sich dabei nur um zwei bis drei Prozent der dortigen Bevölkerung. So lautet das Fazit von Alexander Ritzmann. Der Wissenschaftler des Brandenburgischen Instituts für Gesellschaft und Sicherheit (BIGS) hat unlängst im kleinen Kreis am Institut erste Ergebnisse seines Forschungsprojektes „Der islamische Frühling in der arabischen Welt – Demokratieförderung zur Schaffung ziviler Sicherheit“ vorgestellt. Er empfiehlt nun, in Ländern wie Ägypten den Dialog mit pro-demokratischen Islamisten zu suchen.

Ritzmann geht davon aus, dass pluralistische Demokratien weniger militante Opposition schaffen als andere Regierungsformen. Mehr Demokratie in der arabischen Welt würde somit auch den Export von Extremisten und deren Ideologien nach Europa verringern. Der Zusammenhang von Demokratieförderung und ziviler Sicherheit sei als langfristige Perspektive zu sehen. „Darin stecken nun viele Chancen für den Westen, der Dialog ist potenziell mehr Wert, als die vielen Diskussionen um Griechenland.“

Ritzmann hat sich als politischer Analyst einen Namen gemacht, er ist als Sachverständiger vor dem EU-Rat, der EU-Kommission, dem US-Kongress und dem US-State-Department aufgetreten. Er berät zudem Abgeordnete des Deutschen Bundestags, des US-Kongress’ und des Europäischen Parlaments. Seine Expertise liegt in den Bereichen Demokratieförderung, politischer/religiöser Extremismus und Terrorismus. Er arbeitet seit November 2010 am BIGS. Das Institut, das unter der Beteiligung der Universität Potsdam, aber auch rüstungsnaher Unternehmen wie EADS, IABG und Rolls-Royce entstanden ist, versteht sich als Think Tank für Fragen ziviler Sicherheit.

Die dominierende Rolle islamistischer Parteien im Rahmen der Umbrüche in Ägypten und Tunesien hat Ritzmann aus sicherheitspolitischer Perspektive betrachtet. Weiterlesen…

Al Qaida setzt auf Einzelkämpfer (DIE ZEIT Online)

Alexander Ritzmann, Zeit Online, 07.09.2011.

Zu großen Anschlägen ist al Qaida zehn Jahre nach 9/11 nicht mehr fähig. Die Terrororganisation will jedoch mit Einzeltätern Angst schüren.

Al Qaida ist heute, zehn Jahre nach den Anschlägen vom 11. September 2001, so schwach nie zuvor. Nachrichtendienste und unabhängige Experten sind sich weitgehend einig, dass die Terrororganisation keine strategische Bedrohung mehr darstellt, also keine international koordinierten und groß angelegten Anschläge im Stil von 9/11 verüben kann.

Auch die gezielten Tötungen hochrangiger Führungskader in den letzten Monaten zeigen, wie angeschlagen die gefürchtete Mördertruppe ist. Daran ändern auch begrenzte Erfolge wie im Jemen nichts. Und auch al Qaidas Propagandastory, die Geschichte vom gerechten, heiligen Verteidigungskrieg gegen die Juden und Kreuzfahrer, findet laut Umfragen zunehmend weniger Anhänger. Weiterlesen…

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